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Verhütung allgemein

 

Verhütung - Diese Möglichkeiten hast du!

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich vor Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten zu schützen. Im Folgenden zeigen wir dir, welche Verhütungsmittel es auf dem Markt gibt und welche besonders sicher sind!

Die mechanische Verhütung

Unter die Rubrik mechanische Verhütung fallen alle Hilfsmittel, die direkt an Scheide oder Penis angewendet werden und einmalig oder über einen längeren Zeitraum verhindern, dass eine Frau schwanger werden kann.

Kondome (Präservative)
Kondome haben einen riesigen Vorteil. Sie schützen nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor HIV (AIDS) und anderen Geschlechtskrankheiten. Das Kondom wird über das steife Glied des Mannes gezogen und verhindert, dass das Sperma in die Scheide der Frau gelangen kann. Ein Kondom alleine schützt allerdings nicht zu 100% vor einer Schwangerschaft. Wer ganz sicher sein möchte, sollte dessen Anwendung mit einem anderen Verhütungsmittel kombinieren (Gels, Salben Zäpfchen siehe chemische Verhütung).

Diaphragma (Pessare)
Ein Diaphragma wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und verschließt bei der richtigen Anwendung den Muttermund. Es besteht aus einer Latexmembran mit einem flexiblen Drahtring und wird mit einem chemischen Verhütungsmittel (zum Beispiel einem Spermizid zur Abtötung der Spermien) kombiniert. Das Diaphragma muss vom Frauenarzt angepasst werden und die Anwendung bedarf einiger Übung.

Spirale
Die Spirale wird vom Frauenarzt direkt in die Gebärmutter eingesetzt. Sie besitzt zwei Wirkungsfelder: Zum einen bewirkt sie, dass die Spermien überhaupt gar nicht erst in die Gebärmutter gelangen, zum anderen können sich Einzellen (falls sie befruchtet wurden) nicht mehr dort einnisten. Die Spirale eignet sich allerdings nicht besonders gut für junge Mädchen, da sie immer ein Entzündungsrisiko birgt.


Die chemische Verhütung

Unter chemischer Verhütung versteht man Hilfsmittel, die kurze Zeit (5-10 Minuten) vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Sie sind in Form von Gel, Zäpfchen, Salben, Cremes und Schaumsprays erhältlich und funktionieren meistens nach demselben Prinzip: In Verbindung mit der Körperwärme entwickeln sie eine Barriere für die Spermien in Form von Schaum oder zähem Schleim. Zusätzlich enthalten sie chemische Stoffe zur Verringerung der Beweglichkeit der eindringenden Spermien oder sogar zu deren Abtötung. Diese Verhütungsmethode alleine ist allerdings nicht absolut sicher. Eine Kombination mit Kondomen ist hier durchaus ratsam.


Die hormonelle Verhütung

Anti-Baby-Pille
Die Anti-Baby-Pille birgt den höchsten Schutz (99,9%) vor einer ungewollten Schwangerschaft und wird vom Frauenarzt verschrieben (mit Rezept). Mädchen unter 14 Jahren benötigen die Einverständniserklärung der Eltern. Ab 16 Jahren kann das Mädchen über die Einnahme selbst entscheiden.
Die Pille (d.h. Hormontabletten zur täglichen Einnahme) schafft einen dreifachen Schutz: Zunächst verhindert sie das Reifen eines Eies und unterbindet den Eisprung durch die Hormone Gestagen und Östrogen – d.h. die Spermien finden kein befruchtungsfähiges Ei vor. Weiterhin verhindert eine Verflüssigung des Schleimes im Gebärmutterhals, dass der Samen überhaupt in die Gebärmutter eindringen kann. Außerdem wird die Gebärmutterschleimhaut so im Aufbau minimiert, dass sich ein befruchtetes Ei nicht mehr einnisten kann.

Prinzipiell gesehen ist die Pille gerade für junge Mädchen mit festem Freund sehr empfehlenswert und gut verträglich. Doch es gibt einige Punkte, bei deren Zutreffen von einer Einnahme abgeraten wird. Dazu zählen starke Fettleibigkeit, hoher Blutdruck, schwere Diabetes und Rauchen. Wenn diese Faktoren auf dich nicht zutreffen, kannst du mit dem Frauenarzt zusammen entscheiden, welche Pille für dich in Frage kommt (es gibt verschiedene Möglichkeiten). Er berät dich und kann gegebenenfalls bei einer Unverträglichkeit eine neue Pille verschreiben.

Tipps
· Je nach dem welche Pille du nimmst, musst du sie immer zum selben Zeitpunkt am Tag einnehmen. Deshalb bietet es sich an, dass du deine Verhütung an ein anderes tägliches Ritual knüpfst (Zähneputzen, Frühstück, Abendessen). Das gibt dir den richtigen Rhythmus und verhindert, dass du die Einnahme vergisst. Wenn die Einnahme auch nur ein einziges Mal vergessen wurde, ist der Verhütungsschutz dahin!

· Auf Reisen gehört die Pille in den Kulturbeutel. Achte immer darauf, dass du sie auch wirklich eingepackt hast.

· Schau immer auf die Packung, sonst könnte es dir passieren, dass du sie versehentlich zweimal nimmst.


Vorteile der Pille gegenüber anderen Verhütungsmethoden

Die Pille ist das sicherste Verhütungsmittel, das momentan auf dem Markt ist.
Sie ist verhältnismäßig einfach in der Anwendung.
Das Vorspiel muss nicht unterbrochen werden (bei chemischen Verhütungsmitteln ist dies der Fall).
Die Pille minimiert das Risiko einer Eileiterentzündung.
Die Pille kann sich zuweilen positiv auf die Haut auswirken (gegen Akne z.B.).
Wer die Pille über eine längere Zeit einnimmt, erkrankt bewiesenermaßen seltener an Gebärmutter- oder Eierstockkrebs.


Nachteile der Pille

Die Pille schützt nicht vor AIDS! Wer sich vor Geschlechtskrankheiten wie HIV schützen möchte, sollte in jedem Fall zusätzlich ein Kondom benutzen.
Die Einnahme der Pille ist und bleibt ein Eingriff in den Hormonhaushalt und kann Nebenwirkungen besitzen.
Die Pille muss in jedem Fall täglich eingenommen werden! Wenn man sie auch nur einmal vergisst, ist der Schutz nicht mehr gegeben.
Wer eine Fernreise plant, sollte sich auf jeden Fall (wegen der Zeitverschiebung) vorher vom Frauenarzt beraten lassen.
Wer trotz Einnahme der Pille raucht, erhöht das Risiko an einer Thrombose (Blutgerinnsel) zu erkranken.


Implanom/Verhütungsstäbchen

Beim Implanom handelt es sich um eine neuartige hormonelle Verhütungsmethode. Dabei wird ein Stäbchen mit dem Wirkstoff Etonorgestrel (medikamentöses Gelbkörperhormon) vom Frauenarzt direkt unter die Haut implantiert. Das Einsetzen erfolgt bei örtlicher Betäubung (schmerzfrei) und zurück bleibt nur eine winzige Narbe. Danach wird die empfängnisverhütende Substanz sofort gleichmäßig und in kleinen Dosen in den Blutkreislauf abgegeben. Da man so die Verhütung quasi direkt im Körper hat, beeinträchtigt Erbrechen oder Durchfall nicht mehr die Wirksamkeit. Auch der Zwang an eine regelmäßige Pilleneinnahme zu denken, fällt durch die neue hormonelle Verhütungsmethode flach.


Verhütungspflaster

Dabei handelt es sich um ein Pflaster, das auf die Haut (Oberarm, Bauch, Po, Oberkörper außer Brust) aufgeklebt wird. Es gibt täglich Gestagen und Östrogen ab und wirkt damit eigentlich wie die Pille. Es muss drei Wochen lang, nach jeweils sieben Tagen, erneuert werden. Die vierte Woche, in der die Blutung einsetzt, ist pflasterfrei, man ist aber auch in diesem Zeitraum in jedem Fall vor einer Schwangerschaft geschützt.
Ein Vorteil bei der Verhütung mit dem Pflaster ist, dass Erkrankungen wie Erbrechen oder Durchfall keinen Einfluss auf dessen Wirksamkeit haben. Die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei der Einnahme der Pille. Hinzu können allergische Reaktionen an der Haftstelle des Pflasters kommen. Bei erhöhtem Thromboserisiko wie z.B. bei Raucherinnen, Diabetikerinnen (schwere Form) etc. wird das Pflaster nicht empfohlen.


Die natürliche Verhütung

Basaltemperatur-, Schleim- und Kalendermethode sind Verhütungsmethoden die keinen hohen Schutz bieten. Gerade bei jungen Frauen gilt hier: Finger weg! Bei ihnen ist der Zyklus oft so unregelmäßig, dass man nicht genau sagen kann, wann eine Schwangerschaft möglich ist und wann sie ausgeschlossen werden kann. Außerdem bedarf es eines geregelten Tagesablaufes und jeder Menge Disziplin um die Messungen genau durchzuführen. Wer sich für diese Methoden interessiert, sollte sich in jedem Fall beim Frauenarzt informieren und eine zusätzliche Verhütung z.B. mit Kondom oder Schaum/Zäpfchen etc. einplanen.

Weiterführende Links:
Fragen zur Pille
Verhütungspanne
Das erste Mal (Sie)
Das erste Mal (Er)

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